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Raus aus dem Bett

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Jeder kennt das Problem: es gibt Tage, da würde man am liebsten im Bett bleiben und hat keinen Antrieb irgendetwas zu machen. Das kann mehrere Ursachen haben, wie beispielsweise zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor, kein Bock auf den stressigen Arbeitstag, der bevorsteht, oder auch keine Lust mehr auf den Job an sich. Auf der anderen Seite gibt es Tage, da wacht man schon vor dem Wecker auf, energiegeladen und bereit den bevorstehenden Tag anzugehen. Da ist es auch egal, wenn man nicht viel geschlafen hat. Grund dafür ist Motivation.

Motiviert zum Erfolg

Motivation ist die treibende Kraft, damit wir die Dinge tun, die wir tun. Motivation hat auch große Auswirkungen darauf, wie erfolgreich wir die Dinge tun, die wir tun. Dies hat direkte Auswirkungen auf unsere Arbeit. So haben Unternehmen einen erheblichen Mehrwert von motivierten Mitarbeitern oder anders ausgedrückt einen großen Schaden durch demotivierte Mitarbeiter. Aus einer Studie der Unternehmensberatung Gallup geht hervor, dass allein die Wirtschaft in Deutschland jährlich 105 Milliarden Euro Verluste macht, die auf demotivierte Angestellte zurückzuführen sind.

Den Menschen sieht man dies vielleicht auf den ersten Blick nicht an, aber rund 15% aller Angestellten in Deutschland haben den Spaß an ihrer Arbeit verloren und bereits innerlich gekündigt. Dies führt dazu, dass sie innerlich abstumpfen und nur noch das Nötigste machen, um nicht unangenehm aufzufallen. Unternehmen haben lange genug den Motivationsfaktor vernachlässigt. „Arbeit muss erledigt werden und hat nicht Spaß zu machen, dafür ist die Freizeit da“. Vielleicht gab es dann mal ein Gruppenklettern als Teambuildingmaßnahme, um die Motivation zu stärken. Dabei bieten motivierte Arbeiter ein enormes Potenzial, dass Geschäft zu verbessern. Unternehmen, die aktiv etwas dafür machen, ihre Mitarbeiter zu motivieren, erleben einen Produktivitätsanstieg von 22%. In Bezug auf die Größe eines Unternehmens gesehen, bringt dies einen zusätzlichen Umsatz, wie sonst nur sehr wenige Maßnahmen.

Motivation ist nicht gleich Motivation

Es gibt verschiedene Arten von Motivation: extrinsische und intrinsische, also Motivation von außen und von innen. Motivation, die durch äußere Anreize gegeben ist, ist dabei die schwächere Form, funktioniert aber auch sehr gut und die Arbeitswelt bedient sich dieser Art seit gearbeitet wird. Dies können Faktoren sein, wie Geld, Gehaltserhöhungen, Boni, Sonderbehandlungen, aber auch negative Einflüsse wie Angst. Existenzangst kann einer der Motivationstreiber sein, wenn beispielsweise Menschen um ihren Job und ihr Haus bangen müssen. Effektiver ist aber die intrinsische Motivation, also die Motivation von innen heraus. Hierbei geht es um Selbstverwirklichung, das Übernehmen von Verantwortung und die Freude am Lernen. Es bedarf dafür keiner äußeren Einflüsse, um den Menschen zu motivieren.

Intrinsische vs. extrinsische Motivation

Dabei ist jeder Mensch anders und muss unterschiedlich bei der Arbeit motiviert werden. Menschen die in Berufen arbeiten, bei denen oft monotone Tätigkeiten ausgeübt werden, können durch extrinsische Einflüsse motiviert werden. Gerade in diesen Bereichen hat sich Gamification als ein effektives Hilfsmittel etabliert. So kann beispielsweise durch einen simplen Wettbewerb unter Kollegen, bei dem derjenige, der an dem Tag die meisten Dinge erledigt, belohnt wird, ein externer Anreiz geschaffen werden, der die Motivation und Produktivität erhöht. Im kreativen Umfeld sind Menschen motivierter, wenn sie sich selbst verwirklichen können, dort sind externe Anreize nicht so förderlich wie beispielsweise in produzierenden Bereichen. Verantwortung und Selbstbestimmung wirken hierbei besser.

Prokrastination

Einer der Hassbegriffe der letzten Jahre: Prokrastination. Bedeutet, Arbeit aufschieben und sich von anderen Sachen wie Aufräumen, Facebook oder Katzenvideos ablenken zu lassen. Dies wird mit Faulheit und fehlender Motivation in Verbindung gebracht. Dabei beschreibt Prokrastination nur einen fehlgeleiteten Arbeitsauftrag. Den Menschen fehlt das „Was?“ und „Warum?“. Also was ist ihre Aufgabe und warum tun sie diese. Sobald diese zwei Dinge klar sind, wird die intrinsische Motivation einer Aufgabe nachzugehen, um ein Vielfaches gesteigert.

Motivation muss reaktiviert werden: niemand ist permanent motiviert. Motivation muss immer wieder reaktiviert und aufgebaut werden. Dabei ist der Anfang das wichtigste, das Durchhaltevermögen ist aber auch ein entscheidender Teil. Gerade wenn es darum geht, Ideen in Projekte umzusetzen, ist Ausdauer gefragt. Die Motivation am Anfang einer Idee ist enorm, sobald die Anfangsbegeisterung weg ist und die richtige Arbeit beginnt, fällt die Motivation rapide ab. Die Frage ist nun: Was ist nötig, um die Motivation zu stärken?

1. Geld allein macht nicht glücklich: Zu viele Arbeitgeber denken nur in extrinsischer Motivation und dabei in erster Linie an Geld als Motivator. Doch das ist nur kurzzeitige Motivation. So kann Wahrnehmung und Wertschätzung ein viel stärkerer Motivator sein – und dazu auch noch kostengünstiger. Ein einfaches „Gut gemacht“ oder „Tolle Arbeit“ reicht schon aus.

2. Bestätigung und Feedback in Echtzeit: Menschen suchen nach Bestätigung und Messbarkeit. Ein Job ist viel befriedigender, wenn schnell Ergebnisse und Fortschritt zu sehen sind. So ist beispielsweise ein Dachdecker, der am Ende des Tages ein Dach neu gedeckt hat abends zufriedener mit seiner Arbeit als ein Doktorand, der eine zweijährige Untersuchung durchführt und dann am Ende eventuell kein Ergebnis sieht. Es gibt aber die Möglichkeit, dass auch Aufgaben, die viel Zeit in Anspruch nehmen, motivierend sind. Dazu müssen diese Projekte runtergebrochen werden in kleine Teilprojekte. Der Abschluss dieser Projekte muss mit einer Bestätigung oder eines Feedbacks verbunden sein. Auch hier kommt wieder das Thema Gamification auf. Gamification heißt nicht nur Spielen oder Spaß, es geht vielmehr um Spielmechaniken, die Spieler in Computerspielen motivieren und diese dann auf andere Dinge zu übertragen. So kann Engagement, Motivation und Produktivität erheblich gesteigert werden.

3. Sinnvolle Arbeit: Menschen wollen eine sinnvolle Arbeit haben, die Auswirkungen auf ihre Umgebung hat und die Welt verbessert. Wichtig dabei ist, wie oben schon angesprochen, das „Was?“ und „Warum?“ zu erkennen. Also was ist meine Aufgabe und warum tue ich diese.

4. Personalisierung: Das Thema Personalisierung nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Man hat erkannt, dass Menschen sehr unterschiedlich sind. Angefangen beim Lernverhalten, über Interessen, bis hin zum Arbeitsverhalten. Die One-fits-all-Methode funktioniert nicht mehr. So wollen Menschen angepasst an ihre Geschwindigkeit und Aufmerksamkeitsgabe lernen. Sie wollen das tun, was ihnen Spaß macht und sie wollen arbeiten, wie es für sie am besten passt. Ob das jetzt morgens oder nachts ist, im Büro oder eben Zuhause, ist für jeden anders. Die Unternehmen, die dies erkennen, werden einen Boost in Motivation und Produktivität erleben, der den Unterschied machen wird.

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