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Gamification 1×1

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Beim Thema Gamification kommen oft unterschiedliche Ansichten zusammen, was Gamification eigentlich ist. Der Begriff wird oft falsch verstanden und mit kleinen Spielen bei der Arbeit assoziiert. Dadurch kann der Anschein entstehen, dass es eine sinnlose Spielerei sei und wird deshalb von vielen unterschätzt. Gamification ist mehr und spricht nicht nur Menschen an, die auch sonst gerne Videospiele spielen.

Die Entwicklung ist so weit vorangeschritten, dass mittlerweile unterschiedlichste Personengruppen aus allen Gesellschaftsschichten angesprochen werden. Im beruflichen Umfeld kann Gamification wahre Wunder wirken, was Motivation und Engagement der Mitarbeiter angeht. Dabei sind gerade Geschäftsanwendungen, Prozesse sowie Weiterbildung und Training der Mitarbeiter effektive Anwendungsfelder. Unternehmen bekommen eine mächtige Werkzeugpalette, um bestehende Herausforderungen im Alltag anzugehen und zu meistern. So finden Mitarbeiter Spaß Dingen, die sie machen müssen.

Warum und wie Gamification funktioniert

Gamification ist zu einem großen Teil Psychologie. Dafür muss man verstehen, wie Menschen funktionieren und was ihr Ansporn ist. Die Antwort: Motivation. Motivation lässt sich in zwei Typen aufteilen: intrinsisch und extrinsisch. Intrinsisch beschreibt die Motivation von innen heraus, also aus eigenem Antrieb. Dies geschieht durch Neugier, Sinnhaftigkeit oder Fortschritt. Diese ist viel stärker als die extrinsische Motivation, bei der äußere Faktoren nötig sind, um jemanden zu motivieren. Dies können Dinge sein wie Geld, Status oder Angst.

Spaß als Grundlage für effektives Lernen

Gerade in älteren Generationen gibt es die Annahme, dass Spaß und Arbeit nicht zusammenpassen würden. Dabei ist Spaß ein essentieller Faktor für Motivation und Lernen bei der Arbeit. Menschen, die Spaß bei der Arbeit haben sind motivierter, engagierter und haben ein höheres Auffassungsvermögen. Das hat großen Einfluss auf die Unternehmenskultur. Es ist möglich, die gleiche Aufgabe auf unterschiedliche Arten zu empfinden. Die Aufgabe kann unglaublich lästig sein, da es vielleicht ein trockenes Thema oder die Arbeit sehr monoton ist. Die Aufgabe kann aber auch viel Spaß machen, indem sie spielerisch gestaltet wird. Dies kann beides weitreichende Auswirkungen auf die Arbeit und das Büroklima haben. Frustrierte Mitarbeiter sind träge, machen nur das nötigste und geben diese negative Stimmung an ihre Kollegen weiter. Motivierte Mitarbeiter, die Spaß bei der Arbeit haben sind engagierter, offen, kommunikationsfreudig und lernen durch intrinsische Motivation. Sie müssen also nicht zum Lernen gezwungen werden, sondern machen dies unbemerkt und von sich aus. Genau an dieser Stelle ist Gamification das fehlende Puzzleteil. Durch Spielmechanismen kann sowohl die intrinsische als auch die extrinsische Motivation der Mitarbeiter gestärkt werden und Spaß am Arbeitsplatz entstehen. Klassische Elemente, die dabei zum Einsatz kommen sind Punkte, Ranglisten und Belohnungen. Dies sind allerdings extrinsische Faktoren. Intrinsische Faktoren werden oft außer Acht gelassen. Da liegt dann der Fehler in der Umsetzung.

Viele scheitern an schlechter Umsetzung

Gamification ist nicht gleich Gamification. Die meisten Versuche scheitern an einer schlechten Umsetzung und mangelndem Game-Design. Ein Beispiel dafür, dass jeder kennt und viele „durchgespielt“ haben, ist die Schule. In der Schule werden Mechanismen eingesetzt, die man auch in Spielen wiederfindet. So geht es um das Sammeln von Punkten, beziehungsweise das Erreichen von Auszeichnungen. Noten sind nichts Anderes als Auszeichnungen, die durch das Sammeln von Punkten erreicht werden. Durch das Sammeln dieser Auszeichnungen erreicht ein Schüler das nächste Level – besteht das Schuljahr und kommt in die nächsthöhere Klasse. Diese Mechanismen dienen auf der einen Seiten den Lehrern zum Messen der Schüler, auf der anderen Seite sollen sie die Schüler motivieren.

Hierbei zeigt sich aber, dass das Game-Design sich negativ auswirkt und Schüler nicht motiviert zu lernen, sondern diese unter Druck gesetzt werden. So ist das Schulsystem durch schlechtes Game-Design geprägt und bedient sich hauptsächlich extrinsischer Motivationsfaktoren wie Punkten, Auszeichnungen und Angst. Hierbei wird Personalisierung und eine zielgruppengerechte Ansprache völlig außen vorgelassen. Die Spieler müssen auf eine Storytelling-Reise mitgenommen werden und kleine Etappen absolvieren. Wie schon bereits erwähnt, ist ein Faktor für intrinsische Motivation Fortschritt. Die Spieler müssen Fortschritt erkennen, damit sie auf ein Ziel hinarbeiten können.

Alte gegen neue Werte

Wichtig hierbei ist unmittelbares Feedback. Dazu kommt, dass der Mensch einen Drang nach Belohnungen hat. Dafür können wir nichts, das ist die Natur des Menschen und ist die Folge chemischer Prozesse, die im Belohnungszentrum im Gehirn stattfinden. Belohnung im Berufsleben wird oft gleichgesetzt mit materieller Vergütung. Incentivierung nennt man das dann, also Belohnungen für gute Arbeit um die Motivation zu steigern. Seit Jahrzehnten findet diese Belohnungen in Form von Geld statt, also der Bonus am Ende des Jahres oder alle paar Jahre eine Gehaltserhöhung. Das ist allerdings zu eintönig gedacht. Es gibt viele Menschen, bei denen das wirkt. Die Arbeit ist zwar frustrierend, aber das Gehalt stimmt – sozusagen Schmerzensgeld. Auch haben sie sich über die Jahre einen Standard erarbeitet, wie ein Haus oder andere Luxusgüter, die erhalten werden müssen – extrinsische Motivation durch Angst. Das motiviert zwar jeden Tag zur Arbeit zu kommen, es wird allerdings niemand motiviert zu lernen oder Spaß bei der Arbeit zu haben, sondern lediglich den Job zu erledigen, wie er erledigt werden soll.

Der Trend geht aber immer mehr in die Richtung, dass Menschen bei der Arbeit Spaß haben möchten und kleine Erfolgserlebnisse und Bestätigungen brauchen. Große soziale Netzwerke nutzen dieses Verlangen nach Bestätigung sehr geschickt ein. So reicht ein rotes Icon mit der Benachrichtigung über ein paar Likes schon aus, um das Belohnungszentrum des Menschen anzuregen. Übertragen auf das Arbeitsumfeld heißt das, dass es nicht immer Boni oder Gehaltserhöhungen sein müssen, um Motivation zu fördern. Kleine spielerische Elemente mit unmittelbaren Feedback können viel hilfreicher sein.

Gamification kann eine großartige Hilfe sein, Mitarbeiter zu motivieren, das Engagement zu steigern oder Lernprozesse zu unterstützen, aber es ist nicht einfach zu implementieren. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist ein Verständnis von Game-Design, ein Verständnis von Business-Techniken und ein grundlegendes Verständnis von Psychologie notwendig. Gerade der Psychologie-Aspekt spielt hierbei eine wichtige Rolle, um zu verstehen, wie die Zielgruppe richtig angesprochen und motiviert wird. Die Mechaniken sollten personalisiert auf den Nutzer zugeschnitten sein.

Dies sind alles Themen, die wir in den nächsten Wochen und Monaten vertiefend hier im Blog ansprechen werden. Wenn dich das Thema Gamification interessiert und du mehr erfahren willst, kannst du dich einfach hier eintragen und wir schicken dir eine Mail, sobald ein neuer Blogbeitrag online ist:

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